5.12.2009
Berliner Morgenpost
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Rekonstruktionsphase beendet
Das historische Schloss Hohenschönhausen an der Hauptstraße 44 im alten Dorfkern ist seit gestern offiziell ein "Bürgerschloss". Zuvor hatte der Förderverein als Eigentümer zum Abschluss der ersten Rekonstruktionsphase Einzug in das seit 1990 leer stehende Baudenkmal gehalten.
Vorsitzender Rüdiger Schwarz sagte: "Wir setzen mit dem Namen Bürgerschloss ein Zeichen für kulturelle und kommunikative Angebotsvielfalt, obwohl die Sanierung dieses Gutshauses aus dem 17. Jahrhundert noch längst nicht abgeschlossen ist."
Mit 850 000 Euro von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie wurden 2009 in der ersten Etage Veranstaltungs- und Büroräume geschaffen, in die zugemauerten Fensterhöhlen neue Fenster eingesetzt, Heizungen, Elektro- und Sanitäranlagen installiert. Als markanter Blickfang wurde mittlerweile auch das total verrostete Balkongeländer rekonstruiert und mit einer vergoldeten Maske geschmückt. "Im neuen Jahr sind bereits 20 Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Vorträge fest geplant", so Schwarz. Auch Flach- und Steildach des Kleinods wurden wieder hergerichtet. Dafür haben Landesdenkmalamt, Bezirk und Agentur für Arbeit 550 000 Euro beigesteuert. Schwarz: "Sein wichtigstes Ziel, das Haus vor dem Verfall zu retten, hat unser Verein bereits erreicht."
Noch etwa 2,5 Millionen Euro werden benötigt. Bei der Lotterie-Stiftung soll 2010 ein neuer Förderantrag für 1,7 Millionen Euro gestellt werden. "Wir hoffen auch noch auf Mittel aus dem Konjunkturpaket", sagte Schwarz. Zur Freilegung der Stuckverzierungen im Erdgeschoss werden von der Stiftung Denkmalschutz etwa 300 000 Euro erwartet. Hinter dicken Tapetenschichten des zu DDR-Zeiten als Geburts- und Frauenklinik genutzten Gebäudes waren in den 90er-Jahren auch ornamentale Wandmalereien entdeckt worden. Sie müssen ebenfalls noch vollständig freigelegt werden. Die graue Fassade wird ihren einstigen sandfarbenen Ton erhalten.
Im Erdgeschoss sollen ein Festsaal und eine neue Freitreppe entstehen. Außen wird ein Außenlift installiert. Der neue Park erhält einen Konzert-Pavillon und Skulpturen-Garten. Die kommunale "Galerie 100" soll von der Konrad-Wolf-Straße 99 in das Dachgeschoss einziehen. Dort sind weitere Kunstevents vorgesehen. Vereine finden ebenfalls Platz. Viel Raum wird dem Berliner Technikpionier Paul Schmidt (1868-1948) gewidmet. Der Erfinder der Trockenbatterie und Taschenlampe sowie der Marke "Daimon" lebte von 1910 bis 1929 in dem Haus. Schwarz: "Unser Paul-Schmidt-Daimon-Museum mit historischen Batterien, Taschenlampen und Reklameexponaten wird einmalig in der deutschen Museumslandschaft sein."
© Berliner Morgenpost 2009
Von Ingo Rössling
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