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Blick hinter die Fassaden: Innenansichten einer Stadt
Das Buch "40 Räume Berlin" stellt architektonische Besonderheiten vor
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4.11.2005
Berliner Morgenpost
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Eine in grüne Mosaiksteine gefaßte Badewanne, die hinter einem Bücherschiebetür-Regal verschwindet. Das Wartezimmer einer Zahnarztpraxis, das zur Lounge mit Sonnenterrasse umfunktioniert wurde. Eine gläserne Brücke, die in einem Loft in einer ehemaligen Telefonfabrik die Wohnzimmer mit einem Schlaf- und Bibliotheksbereich verbindet. "40 Räume Berlin" heißt ein Buch, das gestern abend im Club WEEK12END am Alexanderplatz vorgestellt wurde.
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Im Buch "40 Räume Berlin"
sind mehrere Bauvorhaben
der stefan fittkau gmbh beschrieben, wie zum Beispiel das Treppenhaus des China-Clubs (Foto) und die Zahnarztpraxis KU64 am Ku´damm. |
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"Dieser Band wendet das Innen nach außen und öffnet den Blick auf das, was sich hinter den Berliner Fassaden verbirgt", schreibt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in seinem Vorwort zur Kostbarkeit in Buchformat, die jeden, der sich für Architektur und Interieurdesign interessiert, entzücken dürfte. Die Herausgeber und Autorinnen des zweisprachigen Bandes versammeln im handlichen Format sowohl öffentlich zugängliche wie auch strikt private Locations. Außerdem beschreiben sie gestalterisch außergewöhnliche Orte, die nach Voranmeldung besucht werden können.
Zu jedem Ort gehören mehrere Fotos und eine Kurzbeschreibung. Die imaginäre Reise durch Berlin führt den Leser durch den Flughafen Tempelhof und Frank O. Gehrys DZ Bank, ins Stadtbad Neukölln, durch die Philologische Bibliothek der Freien Universität Berlin und ins Liquidrom. Das kennen Sie bereits alles? Die Autoren können auch anders. Eine Zahnarztpraxis wie KU64 am Kurfürstendamm hat garantiert noch nicht jeder gesehen.
Anstelle steriler weißer Praxisästhetik erwarten den Patienten knallgelbe Räume mit wellenförmigen Böden und Decken, die nach dem Vorbild einer Dünenlandschaft konzipiert wurden (www.die-andere-praxis.de).
Skurril auch die Einrichtung der Zimmervermittlung "Lady Nina" in Charlottenburg: Design der 30er Jahre wird mit trashigen 80er-Jahre-Möbeln kombiniert, dazwischen hängen lebensgroße Aufnahmen von Ikonen wie Marilyn Monroe und Pamela Anderson.
Eine wunderschöne Etage eines an der Spree gelegenen ehemaligen Fabrikgebäudes an der Gotzkowskystraße in Moabit gestalteten die "Graft"-Architekten für die Firma "Zeal Pictures". Das 770 Quadratmeter große Loft, in dem George Salden für die Filmfinanzierungs- und Produktionsfirma Hollywood-Deals abschließt, erreicht man über einen zum mobilen Empfangszimmer umgebauten Lastenaufzug. Eingebaut wurden Böden aus Räuchereiche, Möbel aus dunkel gebeiztem Eichenholz sowie eine Edelstahl-Küche.
Im Buch anonym bleiben die Bewohner eines Stadthauses im Scheunenviertel. Insider wissen, daß die abgebildeten Räume vom Galeristen und Sammler Rudolf Kicken und seiner Ehefrau Annette bewohnt werden. Die oberen Etagen des sechsstöckigen Hauses sind als Splitlevel um ein ovales Treppenhaus angeordnet. Das Erdgeschoß des Townhouses wird als privater Showroom der Kicken-Galerie genutzt, das Untergeschoß mit Bambusgarten dient vorwiegend als Bibliothek - die Sammlung der Kickens umfaßt etwa 8000 Bände über Fotografie.
Das Landhaus Am Rupenhorn 25 kann man nach Voranmeldung besichtigen (Architektenbüro Heinle, Wischer und Partner, Tel.: 39 99 200). Das 1929 erbaute und im Laufe der Jahre stark veränderte Landhaus in Charlottenburg wurde von 1997 bis 2004 als Denkmal der Moderne wiederhergestellt. Nach der Sanierung des dreigeschossigen Stahlskelettbaus wurden schrittweise Terrasse, Innenwände, Fenster und Bodenbeläge entfernt. Im Wohnraum verlegte man eine Kopie des Original-Velours-Teppichs. Die Einrichtung besteht heute aus Nachbauten der Möbel der 20er Jahre. Und dann gibt es noch die Panama-Lounge auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels Eden, die eine Bar im Hobbykellerstil bietet. In dem Penthouse an der Budapester Straße feierten einst Piloten und Stewardessen wilde Partys. Klinkerwände, brauner Teppich, Kugelleuchten und Sessel aus Nußbaum: ein Ambiente zum Abheben.
Von Anja Popovic |
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