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Handwerkskunst aus Schmiedefeuer
24.10.2003
BERLINER KURIER
Es gibt sie noch, die rußgeschwärzten Männer am Schmiedefeuer. Ihr Handwerk wird oft von Restauratoren gebraucht.

Ein Gartenzaun vom Baumarkt? Für Stefan Fittkau undenkbar. Der 36-Jährige aus Weißensee macht Zäune noch in Handarbeit . Strebe für Strebe entsteht über seinem Schmiedefeuer und wird anschließend meisterlich zusammengefügt. Seine Werkstatt ist mit 50 Mitarbeitern die größte Kunstschmiede Berlins.

Privatleute lassen sich gern Kerzenständer, Balkongitter oder Blumenschalen anfertigen. Die richtig großen Aufträge kommen von woanders her. Zum Beispiel für den Zaun des Bundesrates in der Leipziger Straße 3-4 - vier Meter hoch, 40 Meter lang. " Das war eine echte Herausforderung ", sagt der Metallbaumeister , wie Kunstschmiede offiziell genannt werden. Für die 250 Eisenstreben brauchte die Schmiede drei Monate. "Jede wurde einzeln von Hand angefertigt, deshalb gleicht auch keine haargenau der anderen ." Schmiedeeiserne Handwerkskunst made in Weißensee steht auch im "Grand Hotel" in Heiligendamm. Für den Wellness-Bereich machte Fittkau Liegen, Stühle und Tische im klassischen Stil. Einer seiner letzten Aufträge war das Geländer an der gläsernen Treppe im Pei-Bau des Historischen Museums. Bis Ende des Jahres will er die drei großen Eingangstüren des Bodemuseums fertigstellen. Sie werden in der Schmiede auseinander genommen und das Glas dazwischen wärmegedämmt. "Die Türen werden noch mit einem Sandstrahlgebläse gereinigt, verzinkt und dunkelgrün lackiert", erklärt der Meister.

Drei Azubis machen bei ihm eine Ausbildung zum Kunstschmied. Damit ist die Firma von Stefan Fittkau in Weißensee die größte Lehrwerkstatt für diesen seltenen Handwerksberuf. Insgesamt gibt es noch elf , meist sehr kleine, Betriebe in Berlin. Die meisten gehören zur Innung für Metall-und Kunststofftechnik.
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